Wie die Geier

Diverse Bewohner unserer kleinen Stadt sind schon wieder wie die Geier auf meine Krebsgeschichte.

Es weiß ja niemand, dass die ganze Scheiße wieder von vorn losgeht. Am Montag traf ich dann aber auch jemanden in der Onkologie, der mich kennt und prompt klingelte bei meiner Mutti wieder das Telefon.

„Was ist denn mit Yvonne?“
„Gehts ihr nicht gut?“
„Sind die Werte wieder nicht in Ordnung?“
„Hat sie wieder was?“

Oar und es kotzt mich einfach nur an. Die Menschen sind wie die Geier. Kann nicht jeder vor seiner Haustür kehren? Müssen sie sich immer an den Geschichten anderer ergötzen? Ich will einfach meine Ruhe haben und nicht ständig mit dem Thema konfrontiert werden. Interessiert nur niemanden..

Meine Mutti hat immer „Angst“, dass jemand auf meiner Seite gelandet ist und nun Bescheid weiß. Allmählig ist es mir aber auch egal. Wenn mich jemand findet, dann findet er mich eben. Was solls. Ja, ich habe diese Krankheit und ja, ich kann nicht mehr geheilt werden und JA, ICH WILL MEINE RUHE UND NICHT STÄNDIG BEMITLEIDET WERDEN UND MEINE ELTERN AUCH NICHT!

ALSO HALTET JETZT MAL LANGSAM DIE LUFT AN UND KÜMMERT EUCH UM EUREN SCHEIß. Lest hier mit, wenn ihr wollt. Macht große Augen, staunt, bemitleidet mich oder seid stolz, macht euch lustig, mir egal. Aber macht es für euch aus und nicht hinter meinen Rücken. Es kann jeden treffen und es rächt sich!

So, ausgekotzt 🙂
Kommen wir zu meinem Tag: Ich habe meine Kriegsbemalung erhalten. Jetzt darf ich mich erstmal eine ganze Weile nicht mehr ewig mit warmen Wasser berieseln lassen, sondern muss den Duschprozess recht schnell hinter mich bringen. Ausgerechnet bei der kalten Jahreszeit *brr* da war eine ausgiebige und lange Dusche immer toll.
Montag gehts los mit Bestrahlung, parallel zur Chemo. Das wird ein langer Vormittag und ich glaube, ich brauch danach eine Mütze Schlaf. Werde mir für Montag nichts weiter vornehmen, außer Schlaf.

Tja, im Nachhinein gabs dann Zuhause auch wieder Knatsch. Immer das Gleiche eben.. *gah*. Als ob ich nicht genug Probleme habe.. naja.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Mein Leben veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu “Wie die Geier

  1. …. es ist diese Gesellschaft, die nicht mehr Mitfühlt. Jeder ist froh, das er nicht selbst betroffen ist und das Leid Anderer, lenkt ab, von eigenen Verfehlungen und Problemen. Mach Dir nichts draus, Morgen ist Jemand Anderes dran. Denk nur an Dich. Alles Liebe Kleines, Denk nur an Dich und gewinne jedem Tag auch etwas schönes ab.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s