Amt, amtlicher gehts nicht

Gott, was war das heut für ein Tag. Ich bin so froh, dass ich jetzt auf der Couch sitze und die Beinchen heben kann.

Fangen wir an: Nachdem ich heut Morgen ständig den Wecker verstellte, musste ich mich ziemlich beeilen, um pünktlich bei meiner Frauenärztin zu sein. Ich bekam dort die Filgrastim gespritzt, damit meine Leukos einen kleinen Anstoß bekommen.

Nun hatte sich ja ein Arbeitsamttermin zwischen den Frauenarzt- und den Bestrahlungstermin geschoben, was mir den Vormittag recht stressig machte. Ich eilte somit vom FA zum Arbeitsamt und brachte all meine Unterlagen hin, damit ich endlich mein Geld bewilligt bekomme. Da hat nun aber ein Bescheid von 2010 gefehlt, als ich das erste Mal so lange krank geschrieben war. Das hieß nun für mich, ich musste auch der Krankenkasse noch einen Besuch abstatten und einen Antrag ausfüllen lassen, aber erstmal zur Bestrahlung.

Als ich damit durch war, wollte ich noch schnell meinen Onkel besuchen, denn er wurde gestern stationär in einer Strahlentherapieklinik aufgenommen, weil er nichts mehr essen kann und 25 Kilo abnahm. Leider war er gerade nicht da und so musste ich wieder fahren. Die Klinik ist gleich um die Ecke und so werde ich ihn morgen mit meiner Mutti nach meiner Bestrahlung nochmal besuchen fahren.

Aus Halle zuürck, holte ich meine Mutti von Arbeit und wir fuhren weiter nach Köthen. Noch ein bisschen einkaufen (habe jetzt „creepy skin“ bekommen, womit man sich Narben etc. modellieren kann) und zur Krankenkasse, um den Bescheid ausfüllen zu lassen. Danach einen Kaffee trinken, Neffen bei den Hausaufgaben helfen und dann eeeendlich nach Hause. Ich bin so erledigt und meine Beine fühlen sich sehr schwer an. Ich merke halt doch, wie meine Kräfte durch die Chemo und Bestrahlung schwinden.

So, bei der Krankenkasse bekam ich dann noch gesagt, dass ich die Krankenversicherung selbst zahlen müsste, wenn das Arbeitsamt meinen Antrag nicht bewilligt. Das wären dann 150€ im Monat. So, nun sagt mir mal bitte einer, womit ich das zahlen soll? Sollte das AA den Antrag nicht bewilligen, bekomme ich kein Geld. Familienversichern kann ich mich nicht mehr, da ich 25 bin und einen eigenen Haushalt führe. Dani müsste für mich aufkommen, also auch die 150€ bezahlen. Ich könnte mich da echt aufregen. Schon schlimm genug, dass ich seit 2 Monaten keinen Cent bekomme, die würden einen buchstäblich verhungern lassen. Ich hasse diesen Staat!

Nun muss ich am Donnerstag vor meiner Bestrahlung nochmal aufs Amt und den Bescheid von der Krankenkasse abgeben. Auch werde ich nicht drumherum kommen, Rente zu beantragen. Ich muss, laut Amt. Der Medizinische Dienst stufte mich als nicht mehr arbeitsfähig ein.

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3 Kommentare zu “Amt, amtlicher gehts nicht

  1. liebe yvonne,

    seit einiger zeit schon lese ich hier mit und gucke wie es dir geht. auch ich bekomme jetzt vinorelbine und die geringen nebenwirkungen sind den von dir beschriebenen sehr ähnlich.
    -aber egal… das mit dem amt klingt wirklich stressig und ich frage mich, ob du das alles alleine tragen musst. gibt es keine sozialarbeiterin, die in deinem klinikum tätig ist, die du ansprechen kannst und die sich für dich einsetzen würde? ich kenne das so. also trau dich, sprich jemanden an. vor allem die entscheidung bezüglich der rente könntest du mit so jemandem auch noch besprechen.
    das nur als kleiner rat.
    ich wünsche dir das superbeste!

    Liebe grüße,

    sophie

    • Hallo Sophie,

      also erstmal freue ich mich sehr, dass auch du nur wenige Nebenwirkungen ertragen musst. Das macht das Leben unter dieser Diagnose doch etwas erträglicher.

      Ich hatte eine Sozialarbeiterin kontaktiert, als es um meinen Schwerbehindertenausweis ging (kannte sie auch aus dem KH 2010). Sie verwies mich jedoch trotzdem direkt ans Amt – also doch den Weg allein gehen. Kann mir gut vorstellen, dass ich bei den Rentengeschichten ebenfalls für mich allein sorgen muss.

      Morgen muss ich wieder aufs Amt und ich denke, dass wir dann noch einmal über die Rente sprechen werden. Noch kann ich mich mit dem Gedanken nicht anfreunden. Ich fühle mich eigentlich fähig, arbeiten zu gehen, wenn auch nicht voll.

      Liebe Grüße 🙂

  2. Hallo Yvonne,
    Du solltest auf jeden Fall so schnell wie möglich mal aufs Grundsicherungsamt und außerdem einen Wohngeldantrag stellen. Dieser Formular- und Ämterkrieg ist fürchterlich ätzend und nervenaufreibend. Ich wünsche Dir gut Nerven für all den Mist.

    lieben gruss sue

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