Aua aua autsch!

Der Ellenbogen zwickt, der Unterschenkelknochen und die rechte Beckenseite sowieso. Ein Schneidersitz ist kaum noch möglich, jetzt habe ich ja eine Antwort auf meine Frage – Warum?

Ich werd noch verrückt hier. Immer nach Diagnose oder eher nach vorläufigem Ergebnis merke ich die Schmerzen besonders. War vorher nichts oder nur bedingt, brummt es jetzt überall. Zum Kotzen.

Irgendwie ist das auch immer so eine Zeit, in der dann gleich alles auf einmal kommt. Diese scheiß Metastasen ziehen die Frage mit sich: Wie lange darf ich wohl noch leben?
Daraus schließt sich: Du wolltest doch abnehmen und den Sommer in Kleidern und knappen Hosen genießen. Du wolltest dich doch wohlfühlen.
Stattdessen fühle ich mich schlecht. Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich nicht mehr das hübsche Mädchen von vor 3-4 Jahren mit den langen, schwarzen Haaren und dem braunen Teint, nein. Ich sehe eine blasse, kranke Frau mit struppigem Haar, einem Presswurstkörper und, wahrscheinlich durch diese scheiß Hormonumstellung, immer mal wieder mit Pickeln im Gesicht. Es ist zum Kotzen. Selbst mit meinem Make-up komme ich nicht mehr zurecht. Es wird schnell fleckig oder verschwindet ganz und schon sehe ich total furchtbar aus. Die Klamotten spannen und die schönen Sachen werden wohl auch diesen Sommer hängen bleiben.

Ich könnte mich in den Arsch treten, weil ich nicht aus der Hefe komme. Ich gammel nur rum, in meinen Schlapperhosen und warte darauf, dass sich die Welt verändert.
Dani ist so oft draußen im Garten, aber warum gehe ich nicht mit? Ich stehe dann wie Dutz daneben und weiß mit mir nichts anzufangen, dabei könnte ich frische Luft so gut gebrauchen.

Heute geht es mir einfach nur schlecht. Ich fühle mich krank und fiebrig und mein Magen fühlt sich schon seit Tagen schlecht an. Mir ist etwas übel, das wird wohl wieder an der Chemo liegen. Ich fühle mich im Moment ziemlich beklemmt. Diese scheiß Diagnose hängt mir, im wahrsten Sinne des Wortes, in den Knochen und ich komme einfach nicht dazu, sie zu verdauen. Es steigen Tränchen hoch und ich schlucke sie wieder runter.

Ich bin wieder an dem Punkt angelangt, an dem ich mich ziemlich machtlos und verlassen fühle.

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8 Kommentare zu “Aua aua autsch!

  1. och man Yvonne,ich würde Dich gerne mal drücken…ich kenne dieses lange planen nicht mehr,ich denke eigentlich nur noch an das Morgen,was in 3 Monaten ist weiss keiner,auch keiner der vollkommen gesund ist… heul ruhig,das erleichtert,es ist ja auch nicht einfach wenn so ein Schatten über uns hängt….zwickt das jetzt erst seit kurzem oder schon länger ?? und wenn Du ein paar Kilos mehr drauf hast…sei froh das Du noch essen kannst und deine inneren Organe okay sind…. ich bin auch mal dünn und langhaarig gewesen und es kotzt mich an wie ich jetzt aussehe…. geh einfach raus…bleib nicht sitzen ,es lenkt ab…. oder schrei es einfach aus dir raus…

    lg

    • Liebe Heike, danke für deine Worte.
      Also es zwickt deutlich mehr, seit ich dieses Ergebnis kenne. Komisch irgendwie, aber vlt. versteift man sich dann erstrecht hinein.

      Vorher gab es mal Tage ohne und mal welche mit Gezwicke und Gezwacke.
      Liebe Grüße

  2. Liebe Yvonne, ich kann Deiner Frauenärztin nur zustimmen. Frag Deinen Onkologen nach einem Nachfolger. Er kennt Dich und weiß, welcher andere Arzt gut für Dich wäre. Ich hatte bei Deinen letzten Einträgen schon das Gefühl, dass es nicht richtig ist, dass Du da zur Vertretung musst. Und wenn er so selten da ist … es ist einfach schrecklich, wenn man in so einer Situation seinen Arzt nicht sprechen kann. Wie soll er Dich da gut betreuen?
    Was das Zwacken angeht – das ist bei mir auch immer ganz genau so 😦 Halte Dich daran fest, dass die Organe frei sind, das ist Gold wert. Knochenmetas bringen einen nicht um, sagte mein Arzt mir mal. Ich weiß, das ist nur ein kleiner Trost, wenn einem was weh tut, aber auch darüber muss der Arzt Bescheid wissen und danach handeln. Bekommst Du eigentlich Bisphosphonate?
    Ich drücke Dir die Daumen, dass Du Deinen Arzt schnell erwischst und ihr ein gutes Gespräch habt!
    Liebe Grüße! Jenneke

    • Ach Jenneke, danke auch dir für deine Worte.

      Dass man an Knochenmetas nicht sterben muss, habe ich ja auch schon mehrfach gehört. Sue sagt es mir ständig, damit ich mich nicht so fertig mache 🙂 Aber du hast schon Recht – es ist nur ein kleiner Trost, weil die Angst einfach immer da ist, dass irgendwann die Organe angegriffen werden.

      Meine Eltern sind schon wieder am Ende ihrer Kraft, das merke ich sehr. Meine Mutti klemmt sich hinter jede Zeitung und forscht im Internet. So hat sie mir schon eben ein paar Dinge aufgezählt, die ich demnächst regelmäßig zu mir nehmen soll. Ich werde darüber noch berichten.

      Ich bekomme als Bisphosphonat Xgeva (zumindest sagte mein Onko mal, dass es eines wäre).
      Ich sehe ihn immer montags, zum Glück. Er macht meine Termine immer so, dass er auch da ist und ich somit von ihm weiter betreut werden kann.

      P.S. In meinem Gläschen befinden sich bisher 2 kleine Zettelchen 😉 Werde sie tapfer nicht mehr anrühren, bis das Jahr vorbei ist. Ich glaube, am Ende werden wir alle eine große Freude daran haben. Schön, dass du mit machst.

  3. Liebe Yvonne,
    Dass es jetzt überall zwickt ist wohl normal, da hat die Angst viel mit zu tun und das wird auch wieder besser, wenn Du Dir das klar machst. Jetzt ist da wieder viel Unsicherheit, aber die legt sich auch wieder.
    Du kannst Dir Durchhänger und Tiefs auch erlauben. dazu hast Du jedes Recht. Mach das ruhig ganz bewußt, aber dann rappel Dich mal wieder einen Tag auf und tu etwas was Dir Spass macht und gut tut. So miese Tage haben auch ihre Berechtigung und man kann in so einer Situation auch nicht immer fröhlich und zufrieden sein, das finde ich völlig normal.
    Xgeva ist ein Rankl Inhibitor, der statistisch erfolgreichere Stoff neben Bisphosphonaten 😉 Das spritze ich mir normalerweise auch, mache jetzt aber wegen des Hüftgelenkserguss Pause.
    Weißt Du ob Du osteoklastische oder osteoblastische Metas hast ?
    Ich habe ja das gesamte Skelett voll mit Metas, aber noch immer besteht keine Frakturgefahr, was ich sehr wichtig finde. Daher ist es spannend für Dich zu wissen, welche Art Metas Du hast.

    Ich hoffe Du hast Dich bald mit der neuen Situation einigermassen arrangiert und kannst ab und an mal wieder etwas fröhlicher sein.
    Nimm das mit dem Gewicht nicht so schlimm. Mir geht es ja ähnlich und ich versuche mir einfach auch die Vorteile der Kilos ständig vor Augen zu halten, auch wenn es schwer fällt.

    lieben gruss sue

    • Es gibt Vorteile in den „zu vielen“ Kilos? Das ist mir wohl entgangen 😀

      Leider weiß ich gar nicht, um was für Metas es sich handelt. Ich weiß nichts, rein gar nichts. Nur, dass es tumoröses Gewebe ist. Vielleicht erinnerst du dich: Damals wurde zu wenig tumoröses Gewebe entnommen bzw. erwischt, um überhaupt irgendeine Aussage darüber machen zu können. Das ärgert mich selbst irgendwie. Wir wissen nicht mal, ob die Metas auf Hormone ansprechen. Mein Onko geht davon aus, dass es nicht so ist, denn sie sind ja unter eine AHT entstanden.

      Zu Xgeva: Er sagte, dass es ein Bisphosphonat sei, nur „von einer anderen Seite“ wirkt. Hm, komisch. Aber dass es zu Rankl gehört, weiß ich. Hatte ihn damals auf diese Studie angesprochen.

      Neben den leeren Momente habe ich aber auch schöne. So kann ich auch lachen und ich verlerne es sicher nicht so schnell 🙂 Es sind halt diese gewissen Momente.. du kennst das ja.

  4. Ich bekomme keine Bisphophonat ,in den ganzen Jahren nicht 😦 stattdessen hochdosiertes Vitamin D das ich mir selber kaufen muss…darauf sind die auch erst gekommen als sie im Blut mein Vitamin D stand..das war zu niedrig…

    • Die Therapien sind leider irgendwie sehr unterschiedlich. Ich habe eine Bekannte, die eigentlich voll Metastasen ist und ich bekam noch vor ihr Chemo. Erst auf ihr Drängen hin wurde ihre Therapie umgestellt.

      Im Übrigen ist sie bei meiner allerliebsten Lieblingsvertretungsärztin in Behandlung 😉 Und genauso unzufrieden.

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