Afinitor-Chemotagebuch

Passend zur Studie und auch einfach für mich, für meinen Onkologen: Ich habe mir ein kleines Chemotagebuch angelegt, wo ich dokumentiere, welche körperlichen Veränderung ich jeden Tag habe. Wo schmerzt es, wie fühle ich mich? Ich werde es aufschreiben. So kann ich nachforschen, wie ich die Chemo vertrage. Mir ist aufgefallen, dass ich oft wichtige Dinge vergesse.

Im Studienformular wurde gefragt, ob man Brustschmerzen hat. Hatte ich? Ich glaube nicht. Gestern Abend im Bett aber merkte ich sie dann doch. Sowas soll mir nicht noch einmal passieren. Ich will wissen, wann ich was hatte und ob die Anzahl der Ereignisse beunruhigend und erwähnenswert sind.

Was gibt’s sonst so? Gestern Wohnzimmer geputzt, heute Bad und die obere Etage. Morgen noch ein bissl über die Küche und den Flur wischen, die Wäsche bügeln und auf den Abend vorbereiten. Unser Besuch aus Sachsen kommt am späten Nachmittag, abends dann die anderen. Ich hab irgendwie gar keine Lust, denn ich bin so müde und erschöpft in letzter Zeit.

Gestern hatte ich auch hin und wieder Schmerzen in der Leistengegend. Heute merke ich sie schon den ganzen Tag. Ich habe Probleme, in die Gänge zu kommen. Es tut einfach weh. Mein rechtes Bein ist wie eingefroren. Ich kann es bis zu einem gewissen Punkt bewegen und dann ist sense. Ob die Metastasen fortgeschritten sind? Solche Dinge bildet man sich ja echt ein.. nun sitze ich mit einer Wärmflasche da und hoffe, dass die Schmerzen zurückgehen.

Auch hat sich gestern meine Freundin gemeldet und mir erzählt, dass ihr Vater an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist und nur noch 4-6 Monate zu leben hat. Eine Schocknachricht. Die ärmste.
Sie wollte mich heute besuchen kommen, aber ich habe sie zurück gewiesen. Bin ich egoistisch? Sie ist diese Woche wegen einer Lungenentzündung krank geschrieben und wollte mich besuchen kommen. Ich habe meine eigene Gesundheit vor ihr Leid gestellt und fühle mich irgendwie schlecht dabei. Aber eine Lungenentzündung kann ich nun wirklich nicht gebrauchen. Auch nicht ihre Tränen und ihr Geschluchtze über ihren krebskranken, bald sterbenden Vater. Nein, ich habe mein Schutzschild weit vor mir aufgestellt und lasse niemanden durch. Ich fühle mich schrecklich dabei und bin doch auch irgendwie wütend auf sie. Sie weiß zwar nichts von meinem aktuellen Gesundheitsstand, aber trotzdem von meiner damals ersten Metastase und als Krankenschwester müsste sie doch besser wissen, dass sie mir mit einer Lungenentzündung nicht zu nahe kommen sollte. Auch wenn sie wohl wirklich nur reden wollte, was ich sehr verstehen kann.

Was gibt’s sonst neues? Ich glaub, das war es so langsam. Ich bin für die nächten zwei Wochen dreifache Katzenmutti, d. h. ich passe auf Nachbars Katzenomis auf. Die zwei bekommen Futter von mir, ich lasse Happy raus und reinige das Katzenklo, denn Röschen verschmäht die frische Luft 😉
Ahja und ein Reier hat sich heut auch in Richtung Teich durchgearbeitet. Es scheinen aber noch alle Fische drin zu sein. Dani ist schon den ganzen Tag verrückt vor Sorge um seine Koi. Männer.. 😉

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7 Kommentare zu “Afinitor-Chemotagebuch

  1. Liebe Yvonne, Du hast jedes Recht der Welt egoistisch zu sein und Dich nicht zusätzlich mit den Problemen anderer Menschen zu belasten. Gerade wenn diese aufgrund ihrer eigenen Erkrankung für Dich eine zusätzliche Gefahr bedeuten. Nicht unterkriegen lassen!
    ❤ Mascha

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