Ich habe Angst, dass ich den Absprung nicht schaffe

Der Sommer scheint ja endlich angekommen zu sein und draußen, vorallem im Pool, lässt es sich ja echt gut aushalten. Allmählich steigt aber auch die große Sorge in mir. Diese Sorge trage ich fest bei mir und sie ist mir stets bewusst. Dennoch schwirrt sie in einer Seifenblase in der hintersten Ecke meines Kopfes, bis sie nach kurzer Zeit zerplatzt. Dann entsteht eine Neue. Die Sorge wird wieder deutlich und ich merke, ich muss den Arsch hochkriegen, sonst stecke ich in meinem Loch fest und verpasse den Absprung.

Ich meine den Absprung ins normale Leben zurück. Ins Arbeitsleben. Die Bewerbung für den Bioladen ist geschrieben, muss dennoch überarbeitet werden. Mir fehlt noch immer das Bewerbungsfoto. Ich komme einfach nicht dazu, die Bewerbung fertig zu stellen. Es nervt mich. Ich möchte gern arbeiten gehen, aber ich merke, wie mir das Leben Zuhause gefällt. Jeden Tag Zeit für mich. Bestimmen, wann was erledigt wird. Kein Zeitdruck, Entscheidungsfreiheit. Sonne, Sommer, Poollaune und eiskalte Kaffees. Musik, Bräune tanken. Doch bald kommt der Herbst, der Winter, der Frühling und schnell ist das nächste Jahr rum. Ein Jahr, in dem ich hätte arbeiten gehen können. Ich kann arbeiten, habe aber Angst vor zu großer Belastung. Zu langes Sitzen, zu langes Stehen, die Angst, sich nicht einfinden zu können und zu versagen. Die Angst, in einem neuen Laden neu zu beginnen. Ich mochte das Arbeiten auf dem Dorf. Es hat Spaß gemacht, es war nicht weit weg und ich war nicht meiner anderen großen Angst ausgesetzt: Dem Autofahren bei Schnee und Winterwetter.

Ich weiß nicht, wie ich den Absprung schaffen soll. Mich tritt hier niemand in den Hintern. Das Geld ist knapp, es reicht nicht. Der Winter rückt näher, das Heizöl muss bezahlt werden. Geburtstage, Weihnachten, Geld ausgeben. Die Wünsche werden größer: Reisen, Shoppen, ein Auto kaufen. Aber sie sind noch weiter weg, als die Seifenblase in der hintersten Ecke meines Kopfes. Diese Wunschblase droht allmählich zu zerplatzen, aber dann ensteht keine neue, die die Wünsche wieder möglich machen könnte.

Ich darf den richtigen Moment  nicht verpassen. Ich muss den Absprung findene..

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4 Kommentare zu “Ich habe Angst, dass ich den Absprung nicht schaffe

  1. Ich versteh dich sehr gut und wünsch dir, dass du bald den Absprung schaffst! Es ist nämlich auch ein super Gefühl, wieder eigenes Geld zu verdienen und sich nützlich zu machen 🙂
    Drück dich! Marina

  2. Du schaffst das! Fühl dich in den Allerwertesten getreten! Angst ist der schlechteste Ratgeber der Welt! Als ich in großer Trauer war, hat die Angst vor allem und vor allem um meine geliebten Menschen und Tiere angefangen, mich aufzufressen. Eine liebe Freundin hat mir eine Geschichte erzählt, die mir viel Kraft und auch ein Lächeln gegeben hat:

    Ein Mann fährt jeden Tag mit der U-Bahn zur Arbeit. Er senkt den Kopf und denkt sich: Scheiss Job, der blöde Kollege weiss sicher wieder alles besser, sicher hat der Boss miese Laune und putzt mich runter, der Tag wird ewig lang werden und vielleicht mache ich auch wieder die blödesten Fehler.
    Sein Schutzengel schüttelt den Kopf und sagt: Komische Wünsche, aber ich werde es versuchen…

  3. Die Angst wird mit Wartezeit sicher nicht kleiner. Die kannst Du nur überwinden, wenn Du es einfach machst. Nicht lange denken oder planen . . . . MACHEN !!
    Nicht Du mußt, sondern Du WILLST. Mit muß machst Du Dir selbst Druck. also wollen ist auf jeden Fall besser und Du willst ja.
    Denk an die positiven Dinge die Dir die Arbeit bringen wird, das Geld das Dir dann zu Verfügung steht, das bessere Selbstbewußtsein, etc.

    lg sue

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