Reha-Tagebuch #6 & #7

[   ] Ich habe mir gewünscht, schwach sein zu dürfen.

Meine zweite Rehawoche hat gestern begonnen und ich habe doch glatt vergessen, zu erzählen, was gestern alles passierte. Okay, war ja auch nicht wirklich viel.

Nun hab ich den Plan nicht im Kopf und mein Handy liegt noch im Auto. Also muss ich wohl die grauen Gehirnzellen anstrengen und überlegen, was gestern so alles auf dem Programm stand.

Fangen wir mal damit an, dass ich mir vornahm, 07.15 Uhr loszufahren, um noch einen der sehr gegehrten Parkplätze vor dem Haus zu ergattern. 08.30 Uhr fing meine Sporttherapie an. Am Ende lief es dann so, dass ich 07.15 Uhr aus dem Bett gefallen bin und eine halbe Stunde später aus dem Haus steuerte. Ich kam dennoch pünktlich an und bekam sogar einen der vordersten Parkplätze. Schwein gehabt.

Okay, Sporttherapie: Fahrrad fahren, danach eine Art Kneippkurbahn durchlaufen inkl. Wackelbrettern, auf denen ich meine Ballance finden sollte – das ist das übliche Programm. Danach geht es an die Gewichte und zum Abschluss auf’s Laufband.

Spontan hört hier mein Gedächtnis auf zu denken. Es wirft mir noch Worte wie „Massage“, „Ergotherapie“ und „Wärmetherapie“ in den Raum. Zwischendurch Essen: Graupensuppe. War jetzt nicht soooo der Renner, aber essbar.

Ahja, klar. Nachdem ich letzte Woche ein Gespräch mit einer Sozialbetreuerin hatte und ein Seminar über Rentenversicherung, kam ich gestern in ein Seminar „Sozialberatung Rentenversicherung“.. klasse.

Ich glaub, viel mehr hatte ich gestern auch gar nicht. Es war ein recht entspannter Wochenstart.

Heute kam ich pünktlich aus dem Haus, bekam einen begehrten Parkplatz und startete mit unserer Schmerzbewältigungs-Erzählstunde. Schön entspannt und etwas munterer ging ich dann zur Wärmetherapie, meine Popowärme „abholen.“ War mir heut definitiv zu heiß unterm Hintern.
Danach hatte ich Sporttherapie und keinerlei Lust oder Kraft, sodass ich mir 2 Minuten Fahrradfahren strich, sowie auf die 20kg an den Gewichten verzichtete und auf 15kg umstieg. Meine Beine haben gut mitgearbeitet. Das ist ja die Hauptsache. Ich war recht schnell fertig und ging schon hoch zum Essen, wo ich dann meine „Kurfreundin“ wiedertraf. Wie soll ich sie auch nennen? Mitstreiterin? Erzählgefährtin? Quasselfreundin? Wir unterhalten uns viel und trinken ab und an einen Kaffee zusammen. Ich hatte nun reichlich Zeit, ehe ich zur Wirbelsäulengruppe ging. Wirbelsäulengruppe für meine Nicht-Schmerzen in der Wirbelsäule, ihr versteht. Aber mein Becken wurde heute auch gut beansprucht. Wo dann alle anderen Zwicki und Zwacki in der Wirbelsäule hatten, tat mir der Arsch weh.

Zum sportlichen Abschluss gab es Krankengymnastik. Das erste Mal diese Woche. Ich wurde leicht mit Dehnungen gequält, die vorallem in den Waden zooooooogen. Aber alles war halb so wild. Ich mag diese Art der Krankengymnastik. Wenn ich da an die Gymnastik auf’m Dorf denke, ein himmelweiter Unterschied.
Ich bat auch gleich um mehr Krankengymnastik und meine Therapeutin hat es angegeben. Mal sehen, wann ich eine Planänderung bekomme und ob überhaupt.. was soll ich mich mit anderen Dingen beschäftigen, wenn mir die Krankengymnastik am meisten hilft!?

Anschließend kam dann unsere Schmerzbewältigungs-Erzählstundengruppe zusammen, um praktisch Übungen zur Schmerzbewältigung durchzuführen. Man nehme ja hier jetzt an, dass wir alle auf einer Matte sitzen und Übungen machen, aber Pustekuchen. Wir saßen alle auf gewohntem Platze, schlossen die Augen und ließen uns mal wieder vollquasseln. So eine Art autogenes Training mit der Vorstellung, den Schmerz wahrzunehmen, zu umzäunen, abzutasten und dann kleiner werden, schließlich verschwinden zu lassen. Ich glaube ja gern an solch ’nen Quatsch, nur nützte mir das heute nicht, weil ich keine akuten Schmerzen hatte. Mein Becken ist recht ruhig, mal abgesehen von Zwickizwacki sehr sehr selten. Und meine Rippen merke ich ja nur bei falschen Bewegungen, beim Aufstehen oder Niesen. Also war da nicht viel akuter Schmerz, den ich einzäunen und verschwinden lassen konnte. Ich habs mir trotzdem vorgestellt. Hat nichts gebracht.

Feierabend. Ich hab unterwegs Nichte und Neffe eingesackt und sie zu Oma gebracht. Dort gabs Essen und danach ’ne Lernstunde. Jetzt hab ich Zuhause einen Fragebogen zu meiner psychischen Situation ausgefüllt und ahne schon schreckliches für die nächste psychologische Stunde.
Nun werd ich noch fix die Betten machen (Jaja, jetzt erst..), durchsaugen, die Couch aufräumen, duschen und dann mit meiner Mutti zum Frauenarzt fahren. Hab ich schon erzählt, was es für Sorgen um sie gibt? Ich werds nachlesen und berichten. Im Moment sieht es nicht so rosig aus…

Eigentlich müsste ich auch noch bügeln, aaaaaaber.. aber, ich habe heute gelernt, nicht so oft „müsste oder muss“ zu sagen. Also, eigentlich sollte ich noch bügeln, aber die Zeit reicht niccht mehr. Muss Dani Morgen mit Knittershorts loslaufen 😛

Von mir später mehr.

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