Reha-Tagebuch #12 & #13

Feeeeeueeeeeeer!

Hallo ihr Lieben Leserlein,

ich hab mal wieder vergessen, euch ein Reha-Update zu geben. Deshalb heut wieder eine Zusammenfassung.
Also gestern war irgendwie Horror und Stress pur. Ich hatte am Vormittag meinen Onkotermin, um meine Xgeva abzuholen. Zuvor bin ich noch bei Mutti gewesen und hab nach ihr geschaut. Sie hat ja nun einen Gips ums Bein, weil zwei Bänder gerissen sind.
Gegen 10.00 Uhr war ich in der Onkologie und es fing damit an, dass ich erstmal zum Gewicht „messen“ musste. Danach zum großen Blutbild, dann zum Arzt rein, der gleich der Meinung war, wir müssten mal wieder ’ne Nachsorge machen. Man bedenke die Wartezeiten zwischen den Untersuchungen. Ich hab permanent auf die Uhr geschaut, denn es war schon sehr spät und ich musste ja noch zur Reha. So viele Untersuchungen hatte ich nicht mit eingeplant. Naja, weiter im Programm. Ich habe meine schmerzende Rippe angesprochen und sie wurde mit durchgeschallt. Also die Organe wie Leber und Nieren scheinen okay zu sein und auch bei der Rippe konnte er nichts sehen. Überhaupt war soweit alles okay, bis ich nach den TM von vor einem Monat fragte.. die sind nämlich beide wieder einmal gestiegen und sofort fiel wieder die Idee einer neuen Therapie über den Tisch. Nein, nein, so schnell nicht. Ich will einen Körperscan, das habe ich ihm gesagt und er war auch einverstanden, möchte jetzt erstmal mit dem Arzt der Radiologie sprechen und dann wird über ein Ganzkörper-MRT nachgedacht. Denn irgendwo muss ja etwas sein, wenn die TM ständig steigen. Ach, das deprimiert mich doch schon wieder. 😦
Ich bin dann 11.10 Uhr aus der Onko raus und hatte nun noch 20 Minuten, bis meine Ergo begann. Also ließ ich noch 1€ beim Parkplatzwächter und huschte schnell zur Reha, war auch nur ganz knapp unpünktlich, bekam aber keinen kostenfreien Parkplatz mehr und musste zahlen.. im Gang zum Spint fiel mir dann ein, dass ich nun keinen Euro mehr hatte für eben diesen. Scheiße. Mein Portemonnaie war leer. Okay, Plan B. Dann eben alle Sachen in den Beutel. Ob nun meine Jeans und Pulli darin sind oder meine Sportsachen.. egal, dann muss ich das Zeug eben mit mir herumtragen.
Zum Glück erwischte ich in der Umkleidekabine eine Frau aus meinem Schmerzbewältigungskurs und diese lieh mir einen Euro. Wenigstens etwas.. Scheiß Tag. Ich quälte mich also durch die Therapien und hatte dann eeeeendlich 17.00 Uhr Schluss. Puuh! Zuhause herrscht noch immer Chaos, aber ich hatte so schlimm Kopfschmerzen, dass gar nichts mehr ging. Ich wollte einfach nur noch liegen.
Ahja, das Wichtigste vergessen: Die Xgeva bekam ich aus Zeitgründen nimmer und es wurde beschlossen, dass ich nun regelmäßig zur Eiseninfusion muss, denn ich habe ja rotzfrech die Tabletten abgesetzt.. Arschkarte gezogen, mal wieder (-.-)…

Also fing mein Tag heute so an, dass ich den allerletzten kostenfreien Parkplatz bekam, durch die Therapien huschte, bis der Feueralarm losging. Huch!? Alle auf unserer Etage fragten sich erst einmal ewig, was nun los sei und wie es weitergehen würde.. eine Therapeutin meinte so in den Raum: „In der Zeit, in der wir hier alle rumstehen, wären wir schon lange abgebrannt..“ Hab ich mir kurz zuvor auch gedacht. Alle Patienten schauten irritiert, die Therapeuten noch viel mehr *g* ..bis einer mal fragen ging, ob wir rausgehen sollten.. dann alle raus, um nach einer Minute wieder hineinzitiert zu werden. Fehlalarm. Hach, war das aufregend.

Heute hatte ich recht zeitig Schluss, nämlich 13.30 Uhr. Aaaaber diese „Freiheit“ konnte ich nicht genießen, denn ich musste mir ja die volle Dröhnung Eisen abholen. Eisen und Xgeva. Eisen und Xgeva und eine traurige Nachricht, die ich bis eben eigentlich gut verdrängt hatte.

Denn schon seit längerer Zeit vermisse ich eine „Mitstreiterin“. Also wir waren nicht sehr eng bekannt, aber unterhielten uns während der Vinorelbin-Therapie oft. Also wir sahen uns quasi jede Woche. Wir zwei und der Herr Danke.. über den ich gerade ebenfalls nachdenke, denn ihn habe ich ebenfalls ewig nicht mehr gesehen.
Ich fragte die Schwester heut nach ihr und erhielt die traurige Nachricht über einen Blickaustausch, der Bände sprach. Für einen kurzen Moment musste ich mich wirklich zusammenreißen, denn es nahm mich schon sehr mit, obwohl ich es schon fast gedacht habe.. Es ist trotzdem schrecklich.
Und dann saß ich da, angekoppelt an Port und Eisen und plötzlich stand mir wieder groß „A N G S T“ auf der Stirn geschrieben. So schnell kann es gehen und wann wird es bei mir soweit sein? Ich habe Krebs, kann nicht mehr geheilt werden. Ich werde sterben, am Krebs, früher oder später. Es wird passieren. Vielleicht in zwei Wochen, vielleicht in drei Jahren oder fünf.. es zehrt wieder an mir und je mehr ich jetzt darüber schreibe, desto schlimmer wird es. Also „bääämm“, umdenken bitte.

Zuhause noch fix Bügelwäsche gemacht, damit ich wenigstens nen bissl Haushalt hinter mir lassen kann, aber im Keller rödelt schon die nächste Ladung und ein Korb ist auch noch gut gefüllt. Hmpf.

Jetzt bastel ich noch ein bissl an einem Geburtstagsgeschenk und lenke mich ab.

Bis dann, ihr Lieben.

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