Unser komischer Nachbar

Also sagt mal, habe ich euch schon von unserem komischen Nachbar erzählt? Wenn ja, dann müsst ihr jetzt noch einmal durch die Geschichte. Es brennt mir nämlich wieder in den Fingern.

Unser Nachbar von schräg gegenüber ist ja sowieso ein etwas komischer Typ. Alkoholiker und seit Jahrzehnten arbeitslos wohnt er mit seinem alten Vater in einer Doppelhaushälfte.
Immer, wenn ich den Mann allein sehe, grinst er mich wie ein Honigkuchenpferd an und grüßt freundlich. Grüß ich auch – bin ja ebenfalls ein freundlicher Mensch. Kurios dabei ist, wenn ich mit Dani komme, verzieht der Mann keine Miene. Nicht Muh und nicht Maff, er schaut uns an, wir winken, grüßen oder nicken und er macht nix. Komisch.

Als ich vor ein paar Wochen nach dem Duschen vor dem Spiegel stand, umhüllt vom Handtuch, drehte ich mich Richtung Fenster. Im selben Moment fuhr Herr Nachbar mit dem Rad vorbei. Schön langsam, grinsend und genau durchs Fenster schauend. Suuuuper. Passt ja prima. Habs Dani erzählt und dann war auch wieder gut. Ich weiß nicht mal, ob er mich überhaupt gesehen hat, aber es kam mir so vor.
Doch als wir vor Kurzem auf einer Geburtstagsfeier von unseren Nachbarn nebenan erfuhren, dass der Typ sehr früh am Morgen schon öfter bei uns auf dem Grundstück gesichtet wurde, sind wir nun doch etwas in Alarmbereitschaft. Was kraucht der auch bei uns rum? Ich hab echt langsam bissl Bammel vor dem.. Heute haben wir eine Fake-Kamera an die Hauswand gebohrt, in der Hoffnung, dass er nun nimmer bei uns herumschleicht. Mir graut es morgens oft, wenn ich im Dunkeln auf Arbeit watschel. Der ist nämlich schon 4.30 Uhr in Gange und läuft durch die Nachbarschaft. Ich glaub, Pfefferspray wäre auch mal eine Option für mich. Oder eine Trillerpfeife, wie mir empfohlen wurde.

Naja, vorhin war ich oben im Arbeitszimmer, weil ich mir etwas ausdrucken wollt. Das Fenster zeigt Richtung Straße und ich schaute hindurch. Da lief er wieder und wechselte auf Höhe unserer Einfahrt die Straßenseite zu uns hinüber. Er ging weiter, musterte aber jedes unserer Fenster. Bei unserer Nachbarin war gerade der Pflegedienst da. Vor kurzem sagte sie mir, dass sich die Pflegefrauen ebenfalls vom Nachbar verfolgt fühlen: „Der passt mich jeden Morgen ab, wenn ich komme. Ich weiß nicht, was der von mir will. Ich habe doch einen Partner.“, so in etwa.
Also ich beobachtete ihn. Er ging am Tor vorbei und blieb zwischen dem Grundstück unserer Nachbarin und dem nächsten stehen, versteckte sich hinter einer Nadelbaumhecke. Ich sah ihn gut, er mich nicht. Immer wieder machte er einen langen Hals Richtung Tür von Nachbarin. Er wartete auf die Pflegekraft. Zwei Autos kamen vorbei, da lief er stets ein paar Schritte weiter. Er wartete tatsächlich, bis die Schwester herauskam. Sie war schon etwas älter, also zumindest kein junger Hüpfer mehr, wie ich es bin ;D Da war er wohl etwas enttäuscht. Er winkte ihr freundlich zu und ging weiter. Spinner…

Soviel zu meinem Nachbarn. Ich bitte um Reaktionen *g*

Jetzt mal zur Arbeit. Ich habe mich ja richtig gut eingelebt und es macht so viel Spaß auf Arbeit. Ich habe sogar meinen eigenen Schreibtisch bekommen. Viel Platz für mich.
Nun schrieb mir doch heute meine Freundin.

Erinnert ihr euch noch an mein Vorstellungsgespräch, welches ich vor 2 (?) Jahren einen Ort weiter, 3km, hatte? Ich musste denen hinterher telefonieren, um endlich eine Antwort zu bekommen und am Ende „starb“ ich doch dumm.

Mir schrieb meine Freundin, ihr Schwiegerpapa arbeitet ja dort. Sie fragte, ob sich die Firma bei mir gemeldet hat. Die brauchen dringend Mitarbeiter. Nö, haben sie nicht und ich bettel auch nicht darum. Klar, neue Arbeit wäre toll, aber ich bin abgeneigt und genervt von dieser Firma. Die waren so unverlässlich und ich erfuhr heute sogar, dass sie mich damals angelogen haben. Als ich nämlich ständig frug, ob die Stelle nun besetzt wird, sagte man mir, dass noch keine Entscheidung gefällt wurde. Heute erfuhr ich, dass damals schon 3 Frauen dort arbeiteten, die im Übrigen alle wieder weg sind – haben alle bessere Arbeit gefunden. Klingt nicht gerade verlockend. Jetzt haben sie niemanden mehr im Büro sitzen und suchen. Und ich soll die Lücke füllen. Jetzt, wo ich endlich Arbeit habe und mich wohl fühle. Vorher hat sich niemand gemeldet, ich musste denen hinterher telefonieren und erfuhr nun auch noch, dass ich angelogen wurde. Nun soll ich der Lückenfüller sein und die Firma entlasten. Ich weiß noch nicht, ob ich das möchte. Geld hin oder her, aber Lebensqualität ist genauso wichtig und ich fühle mich jetzt schon wohler, als bei dem Gedanken, dort zu sein.

Was sagt ihr dazu?

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Ein Kommentar zu “Unser komischer Nachbar

  1. Bleib da wo Du bist ,Du hast Dir doch die Antwort schon selber gegeben das Dir die jetzige Arbeit Spass macht.
    Und wg dem Typ kauf die für ein paar Euro so nen Signalstift der 120 DZ hat wenn Du ihn auseinander ziehst ,den bekommt man bei amazon …Abwehrspray hab ich auch ,kannst aber genauso gut eine kleine Flasche Haarspray nehmen aus dm oder so…hat garantiert die gleiche Wirkung im Gesicht und ist sicherer falls es in deine Richtung gehen sollte..wg Wind…gruss Heike

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