Krebs II

…und noch mehr Krebs
nach dem Krebs ist vor dem Krebs

Als wäre das Karzinom in meiner Brust nicht schon genug gewesen, holte mich der Krebs 2012 wieder ein.

Bei einer auf meinen Wunsch hin einfachen Routineuntersuchung, nämlich einer Knochenszintigraphie, wurde ein 4 x 6cm großer Herd im Becken, Nähe Iliosakralfuge entdeckt.

Ich hatte einen Monat zuvor Schmerzen in der Gegend. Meine Hausärztin gab mir Reizstrom und dieser linderte auch, sodass ich mir keine Gedanken weiter machte. Als ich dann das Ergebnis meiner Szintigraphie erfuhr, wurde mir klar, wo die Schmerzen herkamen. Ein langer Marathon stand bevor, der mir viel viel Kraft raubte. Ehe ich wusste, was da in mir steckt und ehe dieses Vieh behandelt wurde, verging eine gefühlte Ewigkeit.

Wieder einmal weinte ich viel. Wieder einmal war meine Familie ratlos.

Ich musste mich in der Klinik vorstellen. Dort sollte besprochen werden, wann eine Gewebeprobe entnommen werden sollte, denn MRT und CT konnten nicht zu 100% sagen, um was es sich handelte. Schon wieder Krankenhaus? Nein, nein.. nicht mit mir. Ein kleiner Schnitt war geplant, warum sollte ich danach nicht wieder Heim können?
Doch der Arzt nahm mir den Wind aus den Segeln. Zwar ein kleiner Schnitt, aber wegen Nachblutungen müsste ich 1-2 Tage im KH bleiben. Oookay.. wenns sein muss.

Als ich ins Krankenhaus kam, wurde mir gesagt, dass die Gewebeprobeentnahme schwieriger sei, als geplant. Man musste  richtig operieren und ich lag anderthalb Stunden auf dem OP-Tisch. Nun zierte meinen Rücken eine große Narbe. Ist ja nicht so, dass ich nicht schon genug unschöne Narben habe. Komplexe einen Bikini zu tragen, ist doch ein schöner Nebeneffekt einer solchen OP, nicht wahr?
Ich drängelte nach der OP, wann ich wieder Heim konnte. Es war eine Qual für mich. Ich hasste Krankenhäuser, vermisste Bommel und Dani. Dani schickte mir ein Foto von meiner Miez, um mich zu trösten. Ich heulte gleich noch mehr.

Ich führte ein Gespräch mit dem operierenden Arzt

ich: Wie lange werde ich im Krankenhaus sein?
Arzt: Na ja, so 5 Tage bis eine Woche.
ich: Was so lange? Ich dachte, ich kann Freitag raus.
Arzt: Ich wollte erst 14 Tage sagen, bis wir die Fäden gezogen haben, aber ich wollte Sie nicht so erschrecken.
ich: 14 Tage? Neee, ich bin nicht gern in Krankenhäusern.
Arzt: Warum nicht? Wir sind doch auch jeden Tag hier.
ich: Sie bekommen auch gutes Geld dafür!

Soviel dazu. Nach einer Woche konnte ich wieder gehen. Jetzt heißt es warten. Das Ergebnis: Es konnte viel Gewebe einer Entzündung entnommen werden. Ich atmete auf. Mein Onkologe stoppte mich. Es ist nicht nur Entzündungsgewebe entnommen wurden. Es wurde auch tumoröses Gewebe erwischt (Gott sei Dank, sonst wäre das wohl nie bemerkt worden). Zwar wenig, aber es war welches dabei. Da zu wenig Gewebe davon bei der Probe bei war, musste jetzt einfach von einer Metastase ausgehen, was für mich eine erneute Behandlung bedeutete.

Ich bekam vorerst Bestrahlungen. Tamoxifen wurde abgesetzt, dafür nahm ich von nun an Aromatasehemmer (Anastrozol). Auch bekam ich die Zoledroninfusionen nicht mehr, dafür Xgeva.

27 Bestrahlungen schaffte ich ohne große Nebenwirkungen. Meine Tumormarker schossen während der Therapie höher, beim letzten Besuch in der Onkologie wurde mir aber voller Freude verkündet, dass die Therapie anschlägt und die TM fast wieder im Normalbereich sind.

Jetzt heißt es nur noch hoffen und Daumen drücken. Auf das der Krebs jetzt die Füße still hält!

 

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8 Kommentare zu “Krebs II

  1. Wow, krass! Ich wünsche dir alles erdenklich Gute, ganz viel Kraft und positive Energie!!! Wie lange ist das nun her? Wie geht es dir mittlerweile?

  2. Danke dir 🙂
    Nach dem herben Rückschlag von letzter Woche, der ja zum Glück eine Entwarnung mit sich zog, geht es mir eigentlich recht gut. Eins habe ich durch diese ganze Krebskacke gelernt: Mein Leben muss sich ändern und das schnellstmöglich. 🙂 Leichter gesagt, als getan..

  3. hallo ich bin durch zufall hier gelandet und musste weinen als ich deine geschichte las, ich wünsche dir alles erdenklich gute und ich bewundere deine kraft.

  4. …. ich bin sprachlos, es ist so ungerecht. Ich bin 46 und hab BK und ich kann sagen, ich hatte ein wunderschönes Leben, hatte viel zu viel Nikotin und viel zu viel Partys und hab viel zu viel gearbeitet und heute, mitten drin in der Therapie ist jeder Tag eine Zugabe. Du bist jünger als mein Kind, was sollst Du an Deinem Leben ändern ???? …. was kannst Du, falsch gemacht haben ???? Bleib so wie Du bist, NIEMALS aufgeben, jeden Tag das Leben genießen. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, das Du diesen Mist überstehst und endlich ein normales Leben ohne Angst führen kannst.

    • Hallo Katrin,

      vielen Dank für deine lieben Worte. Der Krebs macht leider vor niemanden halt – egal wie alt. Das wurde mir vorallem klar, als ich durch meinen Blog auch auf eine Menge anderer junger Menschen stieß. Viele davon sind noch jünger als ich und es hat sie noch schlimmer getroffen. Das erschreckt mich immer sehr. Vor ein paar Jahren schon dachte ich an den Tod, aber eher als „normalen“ Gedanken und ich schob ihn von mir weg, weil ich ja noch sooo viele Jahre Zeit hab. Nun ist er ein Stück näher gerückt und macht mir Sorge.
      Aber du sagst, ich soll nicht aufgeben und genau das versuche ich auch. Du sagst, du bist 46 Jahre alt. Liebe Katrin, das ist doch kein Alter! Ich wünsche auch dir noch viiiele dieser schönen Jahren, vlt. mit etwas weniger Nikotin und Alkohol 😉

      Liebe Grüße
      Yvonne

  5. Hallo, bin zufällig hier im Blog gelandet. Als ich dann die Thematik gesehen habe, musste ich mich doch länger hier durchlesen. Finde ich gut, dass du deine Erfahrungen teilst. Ich möchte dir eigentlich nur alles Gute für die Zukunft wünschen und dass der Blog möglichst viele Besucher anzieht; es ist ein Unterschied ob man ein Wort kennt oder seine Bedeutung.

    • Vielen Dank für deine lieben Worte, Olli.

      Ich hoffe natürlich auch, dass ich vermitteln kann und freue mich über jeden Besucher und somit vlt. neu dazu gewonnenen Leser 🙂

      Danke für deine Wünsche. Ich hoffe, sie bewahrheiten sich.

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